LOC – Level of Coordination – Koordinationsverpflichtung im Modell

Der Level of Coordination (LOC) legt fest, welche Bauteile ab welcher Phase in welchem Koordinationszustand vorliegen müssen.

Kurz: Nicht nur wie detailliert etwas modelliert ist (LOG), sondern wie konfliktfrei und abstimmungsreif BIM-Objekte sein müssen.

Warum gibt es den LOC überhaupt?

Ohne LOC-Definitionen entstehen typische Eskalationen:

·„0-Kollision“ wird pauschal gefordert – ohne Differenzierung

·Planer koordinieren bis ins letzte Detail – zu früh

·Montagefreiheit wird im Entwurf verlangt

·Prüfaufwand explodiert

·Haftungsfragen bleiben ungeklärt

·Kosten steigen – ohne proportionalen Nutzen

Eine LOC-Festlegung ist deshalb keine akademische Übung – sondern ein zentraler Kosten- und Risikotreiber.

Warum gibt es den LOC überhaupt?

Was regelt eine LOC-Definition konkret?

Eine LOC-Definition beantwortet unter anderem:

üWelche Objektklassen müssen kollisionsfrei sein – und wann?

üWelche Kollisionen sind tolerierbar (z. B. TGA vs. Ausbau in LPH 3)?

üWelche Freiräume (Montage, Wartung, Brandschutz) sind ab welcher Phase verpflichtend?

üWelche Toleranzen gelten in frühen Leistungsphasen?

üWer prüft – und wer trägt die Koordinationsverantwortung?

Der LOC ist damit immer auch eine vertragliche Klarstellung.

Was regelt eine LOC-Definition konkret?
CHG

„Null-Kollision“ ist kein Qualitätsmerkmal.

Eine pauschale Null-Kollisionsforderung ist technisch unrealistisch, wirtschaftlich teuer – und in frühen Phasen fachlich unsinnig.

Warum?

Koordination muss phasengerecht und risikobasiert erfolgen – nicht absolut.

·Jede Kollision erzeugt Prüf- und Abstimmungsaufwand

·Frühe Planungsstände sind bewusst unscharf

·Toleranzen sind Teil des Planungsprozesses

·Nicht jede geometrische Überschneidung ist ein Bauproblem

·100 % Kollisionsfreiheit bedeutet oft Überdetaillierung

Warum?

Typische LOC-Logik nach Phasen

Frühe Phase (Vorentwurf / Entwurf)

üGrobe Konfliktfreiheit in Hauptsystemen

üToleranzen bewusst zulassen

üFokus auf tragende Struktur, Schächte, Haupttrassen, Flächen

üKeine Montage- oder Wartungsfreiheit erforderlich

üZiel: Richtungsstabilität – nicht Perfektion

Spart Abstimmungszeit und Planungskosten

Genehmigungs- / Ausführungsplanung

üKollisionsprüfung in priorisierten Bereichen

üBaulich kritische Systeme koordinationsfrei

üHauptgewerke aufeinander abgestimmt

üWartungsräume definiert, wo betrieblich notwendig

üKlare Prüfprotokolle

Reduziert Nachträge und Baustellenkonflikte

Werk- / Montageplanung

üAnschluss- und montagefähige Detailkoordination

üBauteilklassen mit hoher Relevanz vollständig abgestimmt

üKonflikte nur noch im Toleranzbereich

üPrüf- und Freigabemechanismus verbindlich

üWartungs- und Montagefreiheit gewährleistet.

Minimiert Bau- und Ausführungsrisiken

Phasengerechtes Denken spart Geld.

Nicht maximale Kollisionsfreiheit, sondern Koordination nach baulicher Wichtigkeit und Projektphase ist die Devise.

·Tragwerk wichtiger als Ausbau

·Haupttrassen wichtiger als Nebenleitungen

·Betriebskritische Anlagen wichtiger als Nebenräume

·Früh Toleranzen zulassen = weniger Prüfaufwand

·Spät gezielt schärfen = weniger Baustellenrisiko

Der LOC ist damit ein wirtschaftlicher Steuerungshebel.

Phasengerechtes Denken spart Geld.

Unsere Herangehensweise: risikobasierter LOC

Unser Ansatz

·Koordinationsbedarf nach Objektklassen priorisieren

·Bauliche Kritikalität bewerten (Tragwerk, Brandschutz, Betrieb, Montage)

·Toleranzen je Leistungsphase definieren

·Kollisionsarten differenzieren (technisch relevant vs. visuell)

·Prüf- und Freigabeprozess klar festlegen

·LOC vertraglich und technisch (Prüfsets) absichern

Ihr Nutzen

·Klarer Erwartungshorizont für alle Beteiligten

·Weniger unnötige Kollisionsabstimmungen

·Reduzierte Planungs- und Prüfkosten

·Weniger Nachträge auf der Baustelle

·Nachvollziehbare Koordinationsverantwortung

·Keine „Koordination auf Zuruf“

Praxisregel

LOC ist ein Kosten- und Haftungshebel. Wer „0-Kollision“ fordert, bestellt Aufwand. Wer phasengerecht und risikobasiert koordiniert, bestellt Bauqualität.

Beispiel-LOC-Definition

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Beispiel-LOC-Definition

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Christian Großauer
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