Prozessgestaltung in BIM und DIM

Objektbasiertes Arbeiten führt zu neuen Hoheitsfragen – und damit zu neuen Prozessen gegenüber dokumentbasierten Workflows.

Und auch Sie nicht alles regeln müssen – ein paar Leitprozesse sind wichtig, um z.B. die gewünschte Datenqualität sicherzustellen.

Was bedeutet objektbasiertes Arbeiten?

Informationen werden nicht mehr primär in Dokumenten geführt, sondern direkt an digitalen Bauteilen gespeichert.

üEin Schalldämmmaß gehört nicht in eine separate Liste – sondern in die Tür.

üEine Feuerwiderstandsklasse nicht in einen Textblock im Plan – sondern in die Wand.

Damit werden Bauteile selbst zu Informationsträgern.

Was bedeutet objektbasiertes Arbeiten?

Neue Hoheitsfragen

Diese Veränderung klingt technisch – sie ist jedoch in erster Linie organisatorisch.

Denn wenn Objekte zu zentralen Datenträgern werden, verändern sich Abläufe grundlegend, und es entstehen neue Hoheitsfragen:

·Zuständigkeiten und Freigabeprozesse – wer darf, wer kann, wer soll?

·Abstimmungen zwischen Disziplinen – wem „gehört“ die tragende Wand?

Neue Hoheitsfragen

Beispiele

„Gemeinsame“ Bauteile mehrerer Fachrichtungen

·tragende Bauteile

·Schlitze und Durchbrüche

·Installationszonen und Schächte

·Räume und Zonen

·Sanitärobjekte oder Fördertechnik

…bringen neue Abstimmungs- und Hoheitsfragen

·Wer kann, wer darf ein Objekt ändern?

·Wie werden Änderungen kommuniziert?

·Wer definiert welches Objekt und welches Attribut?

·Wer prüft inhaltlich und strukturell?

·Wer haftet für Fehler?

Vier Entscheidungen bestimmen die Prozesskomplexität maßgeblich:

Monodisziplinär oder interdisziplinär?

Monodisziplinär oder interdisziplinär?

Small BIM oder Big BIM?

·Monodisziplinär: interne Standards, geringe Schnittstellenlast

·Interdisziplinär: Austausch, Prüfung, Koordination, Freigaben zentralisiert

·Mehr Partner = mehr Bedarf an verbindlichen Regeln

·Abweichungen müssen dokumentiert und entschieden werden

·Ohne Prozesslogik entstehen Endlosschleifen

Offene oder geschlossene Zusammenarbeit?

Offene oder geschlossene Zusammenarbeit?

Open BIM oder Closed BIM?

·Offen: Austausch über IFC (Industry Foundation Classes)

·Geschlossen: Austausch über native Formate eines Herstellers

·Beides ist möglich – entscheidend ist Konsequenz, Austausch- und Prüflogik

·Andere Kollaborationsabläufe, Schulungsbedarf, Qualitätssicherungsmechanismen

·Konsequenzen für eine spätere Betriebsfähigkeit (DIM)

BIM oder DIM?

BIM oder DIM?

Leistungsphase oder Lebenszyklus?

·Wir „nur“ BIM im Projekt eingesetzt?

·Oder soll das digitale Gebäudemodell langfristig weiterleben?

·Wer liefert die Daten für die Betriebsführung? Planung oder Ausführung?

·Wer übernimmt die Daten qualitätsgesichert?

·Wie bleiben Informationen z.B. bei Umbauten aktuell?

Hight Trust oder Low Trust?

Hight Trust oder Low Trust?

Generalplaner-/unternehmer-Szenario oder Einzelvergabe?

·High Trust (Generalplaner / Generalunternehmer): zentrale Verantwortungsinstanz, weniger Schnittstellen nach außen

·Low Trust (Einzelvergabe / viele Lose): viele Vertragspartner, viele Übergaben, mehr Reibung und Nachweispflichten

·Je niedriger das Trust-Level, desto wichtiger werden klare Lieferlisten, Akzeptanzkriterien, Prüfsets und Eskalationswege

·Wer entscheidet bei Konflikten zwischen Fachmodellen – und wer dokumentiert die Entscheidung verbindlich?

·Qualitätssicherung: High Trust = stärker prozessintegriert/risikobasiert; Low Trust = stärker regel- und nachweisorientiert (mehr Prüf- und Freigabepunkte)

Unser Ansatz: Prozesse beschreiben – und technisch absichern.

Unser Ansatz

·Ziele und Anwendungsfälle priorisieren (vom Betrieb nach vorne)

·Rollen, Hoheiten, Freigaben festlegen

·Prozesslandkarte + kritische Leitprozesse definieren

·Qualitätssicherung maßgeschneidert ausrichten

·technische Absicherung über Standards/Template/Tooling

Ihr Nutzen

·Weniger Abstimmungsschleifen und weniger „Interpretation“

·Prüfbare Daten statt Diskussionen bei Abnahmen

·Klare Zuständigkeiten statt Haftungsdiffusion

·Bessere Übergaben (As-built, Betrieb)

·Skalierbare Arbeitsweise über Projekte hinweg

LWO

Qualitätsmanagement und As-built-Dokumentation.

Diese zwei Prozesse sollten geregelt sein… wenn Sie auf nutzbare Informationen im Gebäudelebenszyklus zählen wollen.

Modellbasiertes Qualitätsmanagement

Ohne klar definiertes Qualitätsmanagement wird BIM zur Glaubensfrage – nicht zur belastbaren Arbeitsgrundlage.

üWas wird wann geprüft – und mit welchen Akzeptanzkriterien?

üWer prüft fachlich, wer strukturell, wer gibt frei?

üWie werden Abweichungen dokumentiert und entschieden?

üWelche Prüftiefe ist wirtschaftlich sinnvoll (risikobasiert statt „alles immer“)?

üWie werden Prüfregeln technisch abgesichert (z. B. Prüfsets, IDS)?

In diesem Prozess entscheidet sich, ob Daten am Ende prüfbar, vergleichbar und abnahmefähig sind – oder diskutiert werden müssen.

Modellbasiertes Qualitätsmanagement

Digitale As-built-Dokumentation

Digitale Bauwerkdokumentation ist kein Projektende – sondern der Beginn der Betriebsfähigkeit.

·Welche Informationen müssen während der Bauphase ergänzt werden?

·Wer pflegt Änderungen ins Modell ein – und nach welcher Logik?

·Wie werden Zusatzdokumente strukturiert verknüpft?

·Welche Daten gehen in welches Zielsystem (CAFM, ERP, GLT)?

·Wie wird die Vollständigkeit vor Übergabe geprüft?

Hier wird bestimmt, ob aus einem Projektmodell eine nutzbare Betriebsgrundlage entsteht – oder ein digitaler Datenfriedhof.

Digitale As-built-Dokumentation

Beispiel-Prozesse

Häufige Fragen zu Prozessgestaltung in BIM und DIM

Ihre Ansprechpartner

Oliver John
Oliver John
Bereichsleitung Beratung | Frankfurt
Kontakt aufnehmen
Mateas Maric
Mateas Maric
Digitales Informationsmagement | Wien
Kontakt aufnehmen
Lars Oberwinter
Lars Oberwinter
CEO | Wien
Kontakt aufnehmen